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Digital Gipfel 2018

Göttingen, 03. Mai 2018 | Der Digital Gipfel 2018, der gemeinsam von dem IT InnovationsCluster Göttingen/Südniedersachsen, der Georg-August-Universität und dem Südniedersachsen Innovationscampus (SNIC) durchgeführt wurde, widmete sich dem Thema SmartCity.

„Die Frage ist nicht, ob Smart City kommt, sondern wann und wo. Wer nicht dabei ist, wird abgehängt“ betonte Andreas Redeker, Clustermanager des IT InnovationsClusters, während der Begrüßung der gut 80 anwesenden Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft. Gut ausgebildete Fachkräfte und leistungsfähige Hochschulen bilden solide Voraussetzungen für die Stadt Göttingen. Oberbürgermeister Rolf Georg Köhler sieht Göttingen dabei als möglichen Motivator für die gesamte Region und möchte vor allem auch die Stadtgesellschaft jenseits der Akademien bei diesem gesamtgesellschaftlichen Thema mit ins Boot holen, damit Smart City für alle nutzbar wird. Er appellierte, die fortschreitende Digitalisierung als Chance zu begreifen und Lücken wie flächendeckendes WLAN oder fehlende Finanzierungsmöglichkeiten schnellstmöglich zu schließen. Prof. Yahyapour, Geschäftsführer der GWDG, sieht dabei vor allem die Universität in der Rolle, das Thema Digitalisierung voranzutreiben, und verwies u.a. auf den neuen Studiengang „Data Science“. Risiken wie Fake-News dürfen nicht vernachlässigt werden, aber auch kein Hemmnis für die Nutzung vielfältiger digitaler Chancen darstellen, betonte Yahyapour.

Nach den Grußworten hörten die Gäste spannende Fachvorträge zu den Themen „Aufbruch 2018: Deutschlands smarte Städte und Regionen“ (Franz-Reinhard Habbel, Digitalisierungsexperte) und „Was Göttingen von anderen Städten für ein Smart City Konzept lernen kann“ (Prof. Dr. Matthias Schumann, Professur für Anwendungssysteme und E-Business an der Universität Göttingen). Herr Habbel stellte dabei vor allem die verbindungsschaffende Bedeutung der Digitalisierung in den Vordergrund und die Notwendigkeit, selbige menschlich zu gestalten. Er verwies auf die wachsende Bedeutung von Kommunen und vielfältige Chancen der Digitalisierung, wie Vermeidung von Schulabbrüchen durch digitale Lernmethoden oder automatische Erinnerungen über Ablaufdaten von Reisedokumenten. Dabei seien Lösungen zwar in einigen Fällen schon vorhanden, es fehle aber nach wie vor an der nötigen Vernetzung.

In dem darauffolgenden Vortrag von Prof. Schumann wurden vor allem drei zentrale Anforderungen an eine Smart City Plattform priorisiert: Backbone System, flächendeckendes WLAN und Open Data. Kritik äußerte Schumann vor allem an der nach wie vor zu geringen Geschwindigkeit des Breitbandausbaus. Als Ideen für Pilotprojekte in Göttingen, treu dem Konzept Smart City, schlug Schumann u.a. eine zentrale Plattform mit Göttingen-Diensten, ein Open Data-Angebot und Projekte im Themengebiet Smart Health vor, wie Patientenmonitoring oder -vernetzung.

Die anschließenden Foren widmeten sich den Themen Open Data und Citizen Science, Mobilität und Smart City Dienste für Göttingen. Weitere Informationen können Sie den Vortragsfolien entnehmen, die für Sie hier zum Download bereit stehen.

Zum Abschluss des Digital Gipfels tauschten sich Herr Köhler, Herr Prof. Yahyapour, Herr Dr. Weinrich (Geschäftsführer Sycor GmbH), Herr Dr. Rappenecker (Vorstand Stadtwerke Göttingen) und Herr Kreipe (Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen) im Rahmen einer Podiumsdiskussion u.a. zu Wünschen und zukünftigen Zielen für Göttingen aus. Oberbürgermeister Köhler signalisierte dabei großes Interesse an einer gemeinsamen Strategie aller relevanten Akteure. Einem Ausbau der Zusammenarbeit stimmte auch Prof. Yahyapour zu und wies auch noch einmal auf die seines Erachtens lösbare Frage der Finanzierbarkeit hin. Aus der Sicht von Herrn Rappenecker sind viele Inhalte des Digital Gipfels hingegen noch nicht umsetzbar, da es u.a. an Infrastruktur wie dem Ausbau von Glasfaserleitungen fehlt, den die Stadtwerke nicht allein leisten können und der die Voraussetzung für weiterführende Konzepte darstellt. Herr Kreipe betonte die Chancen und Perspektiven für das Handwerk. Sein Wunsch, bei allen Themen rund um die Digitalisierung die Bürgerinnen und Bürger stark einzubinden, stieß im gesamten Diskussionspanel auf Zustimmung. Zum einen sind sie die Endkunden der Angebote, zum anderen bedeutet Digitalisierung einen vielschichtigen, gemeinsam ausgehandelten gesellschaftlichen Wandel.

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